Veranstaltungsreihe "Meet & Greet"

Ab 2021 realisiert "Inklusion und Kultur e.V." im Rahmen der Labore für inklusive Kultur das digitale, inklusive Format "Meet & Greet". Die Veranstaltungsreihe beinhaltet vier bis fünf (Online-)Veranstaltungen.

Hierzu laden wir Menschen aus Kultur und Politik und Künstler:innen mit und ohne Behinderung, zu einem persönlichem Gespräch mit Moderation ein, um über die aktuelle inklusive Kulturpolitik zu sprechen. Zum Beispiel könnte eine Schauspielerin mit Behinderung einen Intendanten eines staatlichen Schauspielhauses treffen.

Mit dem Format "Meet & Greet" wird der Dialog zwischen Künstler:innen mit Behinderungen und Vertreter:innen aus Kultur und Politik aktiv gestaltet und gefördert. Das Gespräch wird dokumentiert, wesentliche Aussagen gemeinsam abgestimmt und anschließend öffentlich zugänglich gemacht. Es begegnen sich Kultur und Politik.

Wir wollen ins Gespräch kommen mit Politiker:innen, Intendant:innen staatlicher Kulturinstitutionen, Künstler:innen mit und ohne Behinderung sowie Multiplikator:innen und weitere Fachexpert:innen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung

Labore für inklusive Kultur das digitale inklusive Format "Meet & Greet"

Mit dem Kulturgesetzbuch geht die Landesregierung NRW einen wichtigen Schritt auch für eine inklusive von Diversität geprägte Kulturpolitik und Kulturförderung. So heißt es in § 10 des Gesetzentwurfs:

„Ungehinderte und barrierefreie Zugang zu Kunst und Kultur stehen unter besonderem Schutz des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände. Verbindendes Ziel ist es, Zugänge und Chancengleichheit für alle in der Wahrnehmung und Gestaltung von Kunst und Kultur herzustellen und so der Diversität der Gesellschaft im kulturellen Leben gerecht zu werden. (2) Geschlechtergerechtigkeit und Diversität sollen in der Kunst- und Kulturförderung des Landes verbindlich berücksichtigt werden. Dies gilt auch bei der Besetzung von Gremien und Jurys, der Wahrnehmung von Führungsaufgaben sowie bei der Unterstützung und Sichtbarmachung vielfältiger künstlerischer Perspektiven.“

In der Begründung wird der Entwurf noch deutlicher in dem ein klarer Anspruch an die Beachtung der Diversität in der Kunst und Kultur formuliert wird. So heißt es dort:

„Kultur ist Vielfalt. Sie ist dort besonders lebendig, wo viele Menschen Zugang zu kulturellen Angeboten haben oder Themen und Inhalten Raum gegeben wird, die abseits des Alltäglichen und Gewöhnlichen liegen. Die Kulturförderung der öffentlichen Hand ist den Zielen von Teilhabe und Diversität in besonderer Weise verpflichtet. Kultur hat somit auch die Aufgabe, den Zugang und die Teilhabe an dieser Vielfalt für alle Menschen, unabhängig von ihrer persönlichen Situation, zu ermöglichen. Dazu gehört auch eine große Vielfalt an Trägern, Akteuren und Institutionen.“

Explizit nimmt Der Gesetzesentwurf Bezug auf die einschlägigen bereits bestehenden gesetzliche bzw. normativen Regelungen wie z.B. die UN-Behindertenkonvention.

Diese Regelung ist Anlass genug, das Thema Diversität in Kunst und Kultur näher zu beleuchten. Dabei ist uns wichtig festzuhalten, dass die letztendlich das Deutungssystem ist, in dem die Gesellschaft und ihre Mitglieder sich verstehen. In der Kunst und Kultur finden Austausche zwischen den Menschen und ihren Institutionen statt, werden Konflikte angesprochen, Orientierungen aufgezeigt (und übernommen). Insofern haben Kunst und Kultur gerade auch die Aufgabe und Funktion, gesellschaftliche Entwicklungen anzuregen und zu beeinflussen. Diversität ist dabei ein ganz zentraler Aspekt der in den letzten Jahren immer mehr – auch als Defizit – ins Zentrum der öffentlichen Debatte auch in der Kulturpolitik gerückt ist. Diversität ist dabei nicht „nur“ ein Anspruch, sondern vor allem ein gesellschafts- und kulturpolitischer Auftrag und ist zugleich ein notwendiger Reflex auf eine immer mehr diversierende Gesellschaft.

In der Realität der Kulturbetriebe jedoch sieht die Welt immer noch ganz anders aus, weil der Kulturbetrieb kaum divers ist. Das gilt für Theater, Oper, Orchester etc. gleichermaßen. Auch in der Kulturpolitik fehlt es an einer offensiven Dynamik, Diversität sowohl zu thematisieren und offensiv zu fördern. Wir sind wichtige Schritte gegangen aber doch nur wenig weit, auch, weil Diversität zugleich eine sehr komplexe Dimension enthält.

Mit dem Labor „Meet and Greet“ wollen wir daher das Thema Diversität mehr ins Zentrum der Kulturpolitik bringen. In vier digitalen Veranstaltungsformate sollen in Gestaltungsverantwortung stehende Kulturmanager in „Konfrontation“ mit Künstler:innen die zum Spektrum der Diversität zählen.