Kooperationen & Projekte im Rahmen des Sommerblut Kulturfestival 2026

Die Wunde Europas: Kunst als Zeugnis

„Die Wunde Europas: Kunst als Zeugnis" ist ein Projekt mit ukrainischen Veteran:innen in Köln und NRW, das künstlerische Ausdrucksformen wie Theater, Musik und bildende Kunst interdisziplinär verbindet, um den Austausch zwischen ukrainischen Veteran:innen und der Zivilgesellschaft herzustellen, Verbindungen aufzubauen und so die Integration von Kriegsversehrten zu fördern. Persönliche Kriegserlebnisse sowie Erlebnisse von Verlust, Hoffnung und der Weg zu Frieden werden künstlerisch und in Zusammenarbeit mit der Stadtgesellschaft bearbeitet. Dabei stehen die Begegnung und der Austausch mit den echten Lebensgeschichten der Veteran:innen im Mittelpunkt. Respektvoll und auf Augenhöhe begleiten ukrainische und deutsche Künstler:innen den Prozess. Es entsteht ein interkultureller Dialog, der nicht nur den Veteran:innen hilft, ihre Erlebnisse zu verarbeiten, sondern auch der breiten deutschen Öffentlichkeit einen tiefen Einblick in die Realität von Krieg und Frieden gibt.

Seriöse Schätzungen gehen bis heute von ca. 40.000 ukrainischen Kriegsveteran:innen aus. Deutschland hilft, wie viele andere europäische Länder, indem es Kriegsveteran:innen zeitlich begrenzt aufnimmt und medizinisch in Krankenhäusern betreut. Trotz dieser wichtigen Hilfe sind sie nicht nur von ihren Familien und Kindern isoliert, sondern auch von der Bevölkerung in Deutschland. Auch in Köln sind Veteran:innen untergebracht und werden medizinisch versorgt. In der Stadtgesellschaft werden sie jedoch kaum wahrgenommen. Sowohl ihr Schicksal, als auch das ihrer Familien verdienen eine menschliche und künstlerische Auseinandersetzung.

Im Kulturprojekt “Die Wunde Europas” (AT) arbeiten ukrainische Veteran:innen deshalb gemeinsam mit Menschen aus der Kölner Stadtgesellschaft sowie professionellen ukrainischen und deutschen Künstler:innen interdisziplinär zusammen. Mit Hilfe der künstlerischen Mittel Theater, Musik, Tanz sowie bildender Kunst werden Themen wie die Kriegserlebnisse der Veteran:innen, Familie und Heimat, Isolation und Einsamkeit in Deutschland sowie Frieden, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Solidarität in Deutschland und Europa behandelt.

Balmy Army (hot mess)

Balmy Army (hot mess) ist ein partizipatives Kunstprojekt, das sich auf die kreative und politische Selbstermächtigung junger Menschen konzentriert, die mit psychischen Krankheiten, mit und ohne Behinderung und vielfältigen sozialen Hintergründen leben. Mit künstlerischen und aktivistischen Mitteln entwickeln sie Visionen für die Politik der Zukunft und präsentieren sich als Künstler:innen. Gemeinsam gestalten sie Protestschilder für die MAD PRIDE-Demonstration, die ein klares Zeichen für eine inklusive Gesellschaft setzt.

Das Projekt orientiert sich an der Balmy Army-Bewegung aus Manchester, wo junge Menschen mit psychischen Erkrankungen und junge Menschen mit Behinderungen unter der Leitung des Künstlers James Leadbitter (the vacuum cleaner) künstlerisch aktivistisch arbeiten. In Köln werden im Rahmen der Balmy Army erste Aktionen gestartet, die eine Aktionswoche im Mai 2026 vorbereiten. Diese Woche gipfelt in der Kölner MAD PRIDE-Demonstration. Unter der Anleitung von Künstler:innen und Aktivist:innen mit und ohne Behinderung wird der Raum der Aktionswoche zum Zentrum für Aktion, Ausstellung und Performance, in dem die jungen Teilnehmer:innen eine politische Agenda für ein gemeinsames Miteinander entwickeln.

Die Aktionswoche wird von einem Abendprogramm begleitet, das die Jugendlichen selbst gestalten. Hier präsentieren sie ihre künstlerischen und politischen Arbeiten und treten mit dem Publikum in einen offenen Dialog.

In Workshops erarbeiten die Jugendlichen mit inklusiven Künstler:innen politische Texte, Illustrationen für ein Magazin oder gestalten kreative Banner mit ihren Forderungen für die Demonstration. Die MAD PRIDE versammelt Menschen aller Altersgruppen, mit und ohne Behinderung sowie sozialer Benachteiligung, um gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und rechte Hetze einzutreten und für eine inklusive, inklusive, diverse und interkulturelle Gesellschaft einzustehen.